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Beschneiung
 Entwicklung

Die Möglichkeit Schnee zu „erzeugen“ war ein Spiel des Zufalls. Als in den USA ein Obstbauer seine Früchte mit einer Sprinkleranlage bespritzte und vergaß am Abend bei kühlen Temperaturen diese auszuschalten, war am nächsten Morgen sein Obst mit Schnee bedeckt.  Die Schneeanlage war „entdeckt“.

Die in den USA seit 1950 verbreitet Schnee-Erzeugung hat ab 1978 auch in Europa Anwendung gefunden. Bereits 1977 sah Herr KR Dir. Albert Baier die Notwendigkeit einer Beschneiungsanlage für gegeben. Wie sich später herausstellte, nicht zu Unrecht.
Die Idee als solche war nicht ganz neu, doch erntete KR Dir. Albert Baier in Schladming zuerst Zweifel, anstatt Zuspruch für den Plan, Schnee auf der Planai zu erzeugen. Doch er war seiner Zeit voraus, setzte sich durch und das mit Erfolg.

Nach anfänglichen Versuchen im Jahre 1978 wurde die erste Etappe der Schneeanlage Planai im Jahre 1981 im Zuge der Vorbereitung für die Weltmeisterschaft als erste Großanlage gebaut.  Auch bei der Weiterentwicklung war das Schneimacherteam der Planai maßgeblich beteiligt, da die berühmte „Lanze“ hier ihre Wurzeln hat und heute serienreif von führenden Firmen in der Beschneiungstechnik verwendet wird.

Ökonomisch sind unsere Schneeanlagen für unser Unternehmen und für die Fremdenverkehrswirtschaft der Region lebensnotwendig geworden.

 Funktionsweise

Schneeanlagen bestehen grundsätzlich aus einer Wasserentnahmestelle in einem fließenden Gewässer oder einem Teich, im Boden verlegten  Leitungen und Anschlussstellen, einer Pump- und  gegebenenfalls Kompressorstationen und den eigentlichen Beschneiungsgeräten.

Beschneiungsanlagen laufen nach einem physikalischen Prinzip ab, bei dem Wasser in Düsen zu feinsten Tröpfchen zersträubt wird, welche in der kurzen Zeit zwischen Austreten von der Düse und Auftreffen auf dem Boden, Schneekristalle bilden. Chemische Substanzen werden dabei nicht gebraucht oder verwendet! Da diese Anlagen auf der technischen Nachahmung eines ganz natürlichen Vorgangs beruhen, der Enstehung von Rauhreif, funktioniert eine Beschneiung nur bei einer Temperatur von ab -4° C und nicht zu hoher Luftfeuchtigkeit.

Man unterscheidet prinzipiell zwei Systeme:

  • Niederdruckanlagen
    Aus Schall- und Energiegründen wird in Europa verstärkt auf das sogenannte Niederdruck- oder Propellersystem eingesetzt. Dabei wird das Wasser mit einem Gebläse durch Düsen in die Luft gesprüht, wo das Wasser zu Schneekristallen gefriert.
  • Lanzensysteme
    Abgelöst wurden die Hochdruckschneigeräte durch das sogenannte Lanzensystem. Durch diese Umstellung haben Kritikpunkte, wie der hohe Schallpegel oder Energieverbrauch, an Bedeutung verloren. Der Unterschied zu den Niederdruckanlagen liegt vor allem darin, dass keine Propeller zur Erzeugung von Luftstrom verwendet werden, sondern dieser Kristallisierungsvorgang durch eine natürliche Lanzen-Fallhöhe von 13 m ersetzt wird.

Auf der Planai & Hochwurzen sind derzeit insgesamt 612 Schneigeräte im Einsatz.

  Planai Hochwurzen
Lanze 287 245
Niederdruckanlagen 42 38


Beschneite Fläche: 217 ha
Anzahl Pumpstationen: 13
Anzahl Speicherteiche: 4
Länge Leitungsnetz Schneiwasser: 59,5 km
Länge Luftleitungen: 31,5 km
Verlegte Energiekabel: 62 km

 Die Beschneiung von Skipisten

… dient dem Ausgleich von Schneeschwankungen während der Saison.

... wird nicht zur Saisonverlängerung eingesetzt.

... sichert vor allem die Befahrbarkeit talnaher Pisten und der Hauptabfahrten.

... deckt schneearme Stellen – Kuppen, Kanten, Sonnenhänge und Einstiegsstellen – bei   
   sonst gut schneebedeckten Pisten ab.

... erhöht die Sicherheit für die Schifahrer durch gleichmäßig gute Schneequalität.

 

 Ökologisch betrachtet ...

... schützt eine ausreichende Schneedecke die Vegetationsschicht vor Frost und
Wechselfrost, wodurch Ausfrieren und Erosionen vermieden werden können, ebenso

... wie vor Beschädigungen durch Schifahrer oder Pistengeräte.

... können auf beschneiten Pisten Pistengeräte sparsamer eingesetzt werden.

... “halten“ beschneite Pisten die Skifahrer auf dem richtigen Weg – der Drang zum Variantenfahren, das die Natur beeinträchtigen kann, wird geringer.


 Ökonomisch betrachtet...

...sichern Beschneiungsanlagen die internationale Attraktivität und Wettbewerbsfähigkeit unserer Wintersportorte.

...ist Schneesicherheit die wichtigste Voraussetzung für einen kontinuierlichen Saisonbetrieb und sichert damit das Einkommen einer gesamten Tourismusregion.

...ist der Einsatz bei der Bekämpfung von Bränden ein wichtiger „Zusatznutzen“ von Schneeanlagen.

...ersetzen Beschneiungsanlagen in vielen Fällen eigene Bewässerungssysteme für exponierte Geländeabschnitte und bei  Aufforstungen.

 

 Energie intelligent nutzen...

...ist das „Gewusst wie“ bei der Beschneiung:

Beschneit wird vorwiegend in den wasserreicheren und energieverbrauchsschwächeren Monaten November und Dezember. Dafür wird vorwiegend Überschuss-Strom während der
Nachtstunden im Rahmen bestehender Anschlusswerte der Liftanlagen verwendet, wobei die Gesamtkosten bei Idealvoraussetzungen € 870/Std. betragen. Der durchschnittliche Wasserbedarf beträgt ca. 90 Liter pro Quadratmeter bei einer Fertigschneeschicht von 20 cm. Das entspricht einer nicht präparierten Naturschneepiste von 50 cm. Die erzeugten Schneemengen ergänzen die natürlichen Niederschläge auf die durchschnittlichen Werte normaler Winter.

 Wasser

Aus einem m3 Wasser können etwa 2,5 m3 Schnee erzeugt werden. Insgesamt ist eine Produktion von 130.000 m3 Schnee in 24 Stunden möglich, wenn alle Anlagen voll ausgelastet sind und Luftfeuchtigkeit und Minusgrade ideal sind. Mit dieser Menge Schnee könnten ca. 13.000 LKW Fuhren beladen werden.

Zur Versorgung dieser Wassermengen wird ein Fließgewässer mit entsprechend hohen Abflüssen oder in günstigen Fällen ein Teich oder See benötigt. Das vorrangige Problem in der Beschneiung liegt darin, dass in relativ kurzer Zeit hohe Schneemengen erzeugt werden müssen, um den Gästen ein Mindestangebot an beschneiten Pisten bieten zu können. In diesen Spitzenperioden erweisen sich Wasserspeicher als vorteilhaft, da bei Fließgewässern die Entnahmeleistung immer so zu begrenzen sein wird, dass auch in Entnahmezeiten eine ausreichende  Restwasserleistung verbleibt.


Für die Wasserversorgung stehen insgesamt 4 Speicherteiche zur Verfügung (je 2 Planai und Hochwurzen), die mit einem Fassungsvolumen von 171.194 m3 (Planai 121.044 m3; Rohrmoos 50.150 m3) ausgestattet sind.
Ingesamt können im ganzen Skigebiet 200 ha (110 ha Planai, ca. 90 ha Hochwurzen) beschneit werden wobei die Auslastung auf der Hochwurzen 100 % beträgt und auf der Planai 80 %, d.h., dass alle Skipisten der Hochwurzen beschneit werden.

 

 Kritik

Ende der 80er Jahre trat von Umweltschutzorganisationen Kritik über den Betrieb von Beschneiungsanlagen auf. Dies trifft sowohl hinsichtlich der wirtschaftlichen Zweckmäßigkeit als auch auf der Umweltverträglichkeit zu. Als „Teufel“ des Ausbeutungssektors Tourismus wurden die Anlagen personifiziert, als Energiefresser und Bakterienschleuder und somit als Auswuchs des wuchernden Wintertourismus bezeichnet.

Wie bei jeder Maßnahme, die einen Eingriff in die Natur darstellt, ist auch bei der technischen Schnee-Erzeugung eine Problematik vorhanden, die nicht verkannt werden darf.

Die heutigen Erfahrungen zeigen jedoch, dass eine sachgerechte, maßvolle Planung, ordentliche umfassende Behördenverfahren und eine fachlich richtige Betriebsweise Voraussetzungen sind, um die Probleme in den Griff zu bekommen.

Übersicht über die Behördenverfahren

• Wasserrechtliches Verfahren
• Gewerberechtliches Verfahren
• Naturschutzrechtliches Verfahren
• Baurechtliches Verfahren
• Widmungsrechtliches Verfahren
• Straßenrechtliches Verfahren
• Forstrechtliches Verfahren
• Elektrizitätsrechtliches Verfahren


Man könnte sagen, dass die Schneeanlagen ein „notwendiges Übel“ sind.

 


 
 

Planai Wetter
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